Category Archives: Die 10km Challenge

Am 11.10.2015 werde ich meinen ersten richtigen Lauf über 10km im Rahmen des München Marathons machen. Da ist noch einiges an Arbeit vor mir, mit mir, an mir!
Training, Ernährung, Motivation – ich halte Euch auf dem Laufenden.

Der Sport und ich – die Geschichte (m)einer Paartherapie.

Eigentlich bin ich ja gar nicht so unsportlich.

Ich gehe joggen, radfahren, fahre leidenschaftlich Ski, mache Yoga und ab und zu so ein wirklich anstrengendes Online-Zirkeltraining. Wirklich, ich bin froh, dass ich soweit bin, es gab auch Phasen, da hatte der Sport, oder besser gesagt, körperliche Aktivität, keinen Platz in meinem Leben. Das fällt genau mit der Zeit zusammen, in der ich auch mental nicht wirklich auf der Höhe und mein persönliches Glücksgefühllevel ziemlich unten war.

Damals wusste ich noch nicht, dass es da einen Zusammenhang gibt.

Vielleicht kennst Du das, bei mir zumindest liefen früher die Sport und Nicht-Sport-Phasen immer in einem Zyklus: Entweder kein Sport. Oder möglichst in jeder freien Minute ins Fitnessstudio (!) rennen, sodass es fast zur angenehmen Sucht wurde, wenn ich mal einen Tag nicht gehen konnte. Nur bloß nicht mehr als 3 Tage am Stück nicht gehen, denn dann war der sog. Schweinehund wieder erwacht und der schöne Sport-Rhythmus dahin. Die nächste Nicht-Sport-Phase began. Wir führten also quasi einen Fernbeziehung. Gar nicht sehen oder sehr intensiv. Außerdem war Sport bei mir immer zwingen an das Thema „Gewicht“ gekoppelt. Also am liebsten auch die Kurse besuchen, die möglichst viel Fett verbrennen, wie Spinnig oder Body Combat. Ohja, das hat auch sehr viel Spaß gemacht. Bis zu dem Zeitpunkt wo ich keinen Ärger oder Frust mehr abbauen oder „ab-boxen“ musste.

bodycombat abschluss

‚Bild bei pinterest gefunden

Vor 2 Jahren kam plötzlich eine Wende. Denn es wurde mir die Frage gestellt:

Warum machst Du denn Sport überhaupt? Ist es nur ein „um-zu“ oder ist es wirklich Deine ganz eigene Motivation, weil Du es willst?

Meine ehrliche Antwort war ein klares „um-zu“. Ich mache Sport, „um-abzunehmen“, „um Gewicht-zu-halten“, „um-Ausgleich-zum-Stress-zu-haben“. Mit Ausnahme des Skifahrens. „Das zählt ja auch nicht, das fällt mir ja total leicht und macht Spaß“ – Aha! Noch so ein Punkt. Ist es nur wirklich was wert, wenn es wirklich so richtig anstrengend ist? Und der Spaßfaktor bitte nicht zu hoch? (An dieser Stelle kommt nun auch der erhobene Coaching-Zeigefinger und eine Frage dazu „Siehst Du hier eine Parallele zu dem, was Du als Erfolg betrachtest, in Deinem Beruf?“

Ich began darüber nachzudenken und auch auszuprobieren. Und zu fühlen, genauer gesagt, dem Gefühl nachzuspüren.

run

Wie ist das mit der Beziehung zwischen dem Sport und mir? Sind wie verliebt? Gehören wir zusammen? Oder sollten wir uns trennen?

Ins Skifahren war und bin ich verliebt. In Gewichte stemmen, boxen und strampeln zu Housemusik – da war ich ehrlich gesagt nur in das Gefühl danach verliebt, der Endorphin-Cocktail – der auch wirklich großartig ist.  Es gab eine Ausnahme: Spinnig zu deutschem Pop und Schlager – ein Experiment unseres Trainers 😉 Die Stunde ging wie im Nu vorbei, Lachen und Singen und mindestens genauso viel Schwitzen inklusive. Leider waren wir allerdings in der Minderzahl und beim nächsten Mal tönten wieder die Bässe durch den 40Grad heißen Raum (denn die Klimaanlage zieht ja immer mindestens einem). Ich habe überlegt, wie das früher war. Über Leichtathletik, Turnen, Tanzen, Reiten habe ich so ziemlich alles ausprobiert. Wie war das damals? Und was tut mir heute denn wirklich wirklich gut?

Mein Fazit? Unter den richtigen Rahmenbedingungen führen wir eine sehr liebevolle und lebendige Beziehung!

Ich habe das Wort „Sport“ durch Bewegung und Aktivität ersetzt – das fühlt sich für mich viel besser an – und in diesen Teil bin wirklich aus tiefstem Herzen verliebt. Ich liebe es, draußen zu sein, spazieren zu gehen, durch den Wald zu gehen, Fahrrad zu fahren – dabei kann ich meine Gedanken sortieren und der Kontakt zur Natur gibt mir die Erdung, die ich brauche, wenn ich sehr häufig einfach mal gedanklich sehr hoch fliege.

Diese Bewegung und Aktivität  – die macht mir nicht nur Spaß und tut mir gut, sondern wirkt wie ein Turbobooster auf meine Produktivität am Tag und somit zu meinem Erfolg.

Hier ein wenig Theorie – durch die Übekreuzbewegung, z.b. beim spazieren gehen, werden beide Gehirnhälften stimuliert und die Bildung neuer Synapsen ist möglich. Außerdem bringen wir den Kreislauf in Schwung und trainieren alle unsere 5 Sinne im Freien. Wir sind WACH!

Das Fitness-Studio wird von meinem persönlichen Plan gestrichen! Mit einer Ausnahme: Gäbe es ein reines Spinnig-Studio, so würde ich dies gerne als Alternative haben, denn Spinning mit der richtigen Musik und dem richtigen Trainier – sorgt für Power und der Kopf wird sowas von frei, weil ich nicht auf Stöcke und Wurzeln und Autofahrer achten muss…einfach treten, treten, treten….für mich ist das eine Art Meditation!

Naturnähe – das ist für mich wichtig! Auch Landschaft erleben und Eindrücke sammeln – Rennradfahren wäre es z.B. nicht.

Wald Kirstin

Pausen machen, auch wenn die Pulsuhr weiter läuft: wenn mir ein Baum gefällt, bleibe ich stehen und sehe in mir näher an. Vielleicht bleibe ich einen Moment auf der Bank sitzen und genieße den Duft.

„Versaut den Schnitt“, hätte mein Papa früher gesagt, und recht hat er. Für mich ist es das: ich bin ein Genuss-Bewegungs-Freak.

Nun mit diesem neuen Wissen ausgestattet, darf ich in die Umsetzung gehen – neue Routinen im Alltag schaffen, motiviert bleiben.

Das mit der Routine ging leicht – ich habe mir immer vorstellt, dass zu meinem Leben in München gehört, dass ich morgens joggen gehe. Also bin ich umgezogen 😉

Yoga mache ich an den Tagen, an denen ich nicht jogge – auch morgens bei offenem Fenster, ganz früh und genieße die Morgenluft.

Wie es der Zufall so will, habe ich mich in einen Mann verliebt, der nicht nur mitten in der Natur wohnt, sondern dort auch mehr Zeit auf seinem Bike verbringt als in seiner Wohnung und im Büro zusammen. Ein Tag ohne mindestens 2 Bewegungseinheiten – undenkbar. Für mich hielt diess schon einige Komfortzonen-Erweiterungen bereit – und: es gefällt mir! 🙂 (meistens)

happy moment 34

Nun darfs noch etwas mehr sein: Die Leichtigkeit bestelle ich mir jetzt dazu!

Das Joggen und Radeln darf leichter gehen. Und wenn damit einhergeht, dass das Körpergefühl leichter wird, dann ist das fein. Und: es ist kein MUSS.

So habe ich mich heute angemeldet für meinen ersten 10km Lauf im Herbst im München! Ich habe ein wenig Respekt. Unter 60min soll das stattfinden. Ich freue mich wirklich darauf! Und werde bestimmt von Zeit zu Zeit hier vom Trainingsfortschritt berichten.

Sollte ich doch in die Fußstapfen meiner Eltern treten und Marathonläufer werden? Ach, nein. Soweit reicht die Liebe dann doch nicht.

Therapiert sind wir also – der Sport und ich – und bleiben uns treu! Ein Hoch auf die Liebe!

Wie ist das bei Dir? Wie viel bewegst Du Dich, wie viele und warum? Mich interessiert Dein Feedback! Gibt es einen Trick, den ich noch nicht kenne?

Wenn Dir der Artikel gefallen hat, leite ihn gerne weiter an Freunde und Bekannte!

Alles Liebe und mit sportlichen Grüßen,

Kirstin



Hat Dir der Artikel gefallen? Dann verpasse keinen mehr und melde Dich hier für die 14-tägigen Updates an "Bin dabei"