Brückenbau zwischen Kopf und Herz

Kennst du das Gefühl, etwas sicher zu wissen, auch wenn Du es nicht „beweisen“ kannst?
Wo ziehen wir die Grenze sagen zwischen Wissen und Glauben? Und wieviel Beweise brauchst Du, um etwas zu glauben?

 

Gestern hatte eine seltsame Begegnung mit einem Kollegen. Dieses Begegnung hat mich wirklich beschäftigt, weil ich es so gar nicht einordnen und nachvollziehen konnte. Vielleicht ist es einer der Gründe, warum ich manchmal in der „alten“ Businesswelt so irritiert bin. Mir ist bewusst, dass viele Dinge, die für mich Normalität sind, bei anderen als „schräg, komisch, anders, esoterisch, unrealistisch“ und was auch immer gelten mögen. Trotzdem war es für mich erstaunlich, dass dies offensichtlich noch weiter reicht, als ich dachte.
Also, hier die (Kurz-)Geschichte: Wir stehen in der Büro-Küche und sprechen über das „mal eben eine Rauchen gehen.“ Der Kollege sagte zu mir, dass es überhaupt keine belastbaren Zahlen gäbe, die belegen, dass Rauchen wirklich schädlich für den Menschen sei. Genauso wie das Gerede mit dem Klimawandel. Das stimmt alles nicht und das wäre nur Panikmache aus den Medien.
Es kommt wirklich selten vor, dass ich sprachlos bin, doch in diesem Moment war ich so perplex, dass ich einfach nur geguckt habe. Und mich heimlich gefragt, ob das Ironie gewesen sei. War es nicht. Es war tiefste Überzeugung. Und dieser Kollege ist so alt wie ich. Und ich bin sicher, würde man den IQ messen, würde er im herkömmlichen Sinne als sehr intelligent gelten.

 

Nun, eines haben wir offensichtlich gemeinsam – wir glauben nicht alles bzw. wenig, was die Medien berichten.
Doch brauche ich wirklich Zahlen und Studien, um zu wissen, dass das Inhalieren von Nervengift nicht gut für den Körper sein kann?

 

Versteht mich nicht falsch, ich ziehe ab und zu auch mal an einer Zigarette, es geht mir gar nicht darum, jemandem vom Rauchen abzubringen. Jeder weiß selbst am Besten, was er tut.
Ich war nicht einmal im Ansatz bereit, in diese Diskussion einzusteigen, auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass es etliche Studien und Zahlen gibt.
Die Frage, die ich mir stellte war:
Kann es wirklich sein, dass Menschen das nicht wahrnehmen?
Es geht nicht nur um Rauchen oder Klima, es ist ein grundsätzliches Thema und eines, das mich in der Tiefe berührt. Es geht darum, aus tiefstem Herzen zu wissen, ohne intellektuell zu wissen, dass wir eins sind mit der Welt, dass wir eine Verantwortung tragen,  vor allem für uns selbst, aber auch für die Welt um uns herum und wie wir mit ihr umgehen.
Ich habe meine Arbeit gewählt, weil ich Menschen dorthin führe, (wieder) bewusster wahrzunehmen, zu entscheiden, zu fühlen, zu handeln, zu denken.  Und ich stelle fest: ich möchte nur mit Menschen arbeiten, die dies für sich schon geklärt haben. Ich bin nicht die Frau für die Basisarbeit. Ich möchte nur mit Menschen arbeiten, die auch bereit sind, zu hinterfragen, zu vertrauen, zu fühlen und anders zu sein, ihren eigenen Weg zu gehen. Mit Ihnen die Balance zwischen Herz und Kopf zu finden, immer wieder und zu etablieren.
Damit geht die Schere auf. Der Spalt wieder größer zwischen der alten und der neuen Welt. Meine Zielgruppe wird kleiner und gleichzeitiger größer.
Ja, ich verstehe mich als Brückenbauer, doch die Brücke steht auf einem Gebiet, in das manche Menschen noch nicht gereist sind.Sie kommen noch.

 

Und es ist nicht meine Aufgabe, sie dorthin zu führen.

Gutes Gefühl.
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